Kommunikationsfähigkeit – der unterschätzte Skill im Projektmanagement

Kommunikation im Projektmanagement

Je komplexer Projekte werden, desto wichtiger werden die sogenannten Social Skills. Neben fachlicher Expertise zählen heute Eigenschaften wie Empathie, Teamfähigkeit, Konfliktmanagement und gute Kommunikation zu den entscheidenden Erfolgsfaktoren.

Kommunikation ist das Bindeglied zwischen Menschen, Rollen und Erwartungen: nach außen zum Kunden ebenso wie nach innen im Projektteam. Wer klar, aufmerksam und zielgerichtet kommuniziert, schafft Orientierung und Vertrauen und verhindert viele der Reibungsverluste, die Projekte ins Stocken bringen.

Gerade im modernen IT-Consulting entscheidet längst nicht mehr nur die technische Exzellenz über den Erfolg eines Projekts, sondern die Art und Weise, wie Menschen miteinander sprechen, Informationen teilen und Entscheidungen abstimmen.

Auch bei Verve Consulting bauen wir  auf eine Kultur des offenen Dialogs und des Wissensaustauschs: mit Kunden wie auch innerhalb unseres Teams.

Aktives Zuhören: Die unterschätzte Führungsqualität

Viele Berater und Beraterinnen konzentrieren sich in Gesprächen darauf, ihre eigene Expertise zu präsentieren. Entscheidend ist aber etwas anderes: Kunden müssen das Gefühl haben, wirklich gehört und verstanden zu werden.

Aktives Zuhören bedeutet, den Fokus vollständig auf das Gegenüber zu richten, ohne sofort Lösungen anzubieten. Ein kurzer Moment des Innehaltens, bevor man antwortet, kann bereits den Unterschied machen.

Ebenso wichtig: das Gehörte in eigenen Worten zusammenzufassen, um sicherzustellen, dass beide Seiten dasselbe Verständnis teilen. Körpersprache, Mimik und Tonfall liefern dabei wertvolle Hinweise, die über den eigentlichen Inhalt hinausgehen.

Diese Technik steht auch im Zentrum der Harvard-Methode der Verhandlungsführung: Wer zuhört, bevor er überzeugt, verhandelt erfolgreicher (vgl. Fisher, Ury, Patton: Getting to Yes).

Übrigens: Auch intern, etwa in Team-Meetings oder bei Projektabstimmungen, ist aktives Zuhören der Schlüssel zu effizienter Zusammenarbeit. Es verhindert Missverständnisse und fördert eine Kultur des Respekts.

Storytelling: Struktur schlägt Fachwissen

Technisches Wissen allein reicht nicht aus. Entscheidend ist, wie verständlich und relevant es vermittelt wird. Besonders in Projekten mit gemischten Stakeholdern – von Entwicklern bis zu Geschäftsführern – ist ein klarer Aufbau essenziell.

Eine einfache Struktur hilft:

  1. Ergebnis nennen,
  2. geschäftlichen Nutzen erklären,
  3. technische Umsetzung beschreiben.

Diese Reihenfolge stellt sicher, dass Zuhörer den Kontext verstehen, bevor sie sich mit Details beschäftigen. Metaphern und bildhafte Vergleiche – etwa eine Cloud-Migration als „Umzug vom Aktenkeller ins digitale Archiv“ – erleichtern zusätzlich den Zugang.

Auch innerhalb von Teams ist gutes Storytelling wertvoll: Es hilft, komplexe technische Themen greifbar zu machen und gemeinsame Ziele zu verdeutlichen.

Zielgruppenorientierung: Denken wie der Empfänger

Gute Kommunikation beginnt mit Empathie. Wer verstanden werden will, muss die Sprache der Zielgruppe sprechen, ob im Kundentermin oder in internen Projektabstimmungen.

Ein technischer Fachbegriff, der im IT-Team selbstverständlich ist, kann bei Entscheidungsträgern schnell für Verwirrung sorgen. Ein einfacher Test hilft: Kann man seine Empfehlung in zwei Minuten erklären, ohne Fachjargon zu verwenden? Wenn nicht, fehlt es der Botschaft an Klarheit.

Das amerikanische Project Management Institute nennt in seinem Pulse of the Profession Report (2023) Kommunikationsfähigkeit als eine der wichtigsten Führungskompetenzen für erfolgreiche Transformationsprojekte, insbesondere dann, wenn komplexe Themen in strategische Entscheidungen übersetzt werden müssen.

Feedbackkultur: Lernen als Daueraufgabe

Kommunikation endet nicht mit dem letzten Satz, sondern mit der Reflexion darüber. Nach Präsentationen, Kundenterminen oder Team-Meetings lohnt es sich, kurz innezuhalten: War die Argumentation klar? Wurden die Kernfragen beantwortet? Wie wirkte mein Tonfall?

Ebenso wertvoll ist es, Kollegen und Kolleginnen aktiv um Feedback zu bitten. Diese Rückmeldungen stärken die Selbstwahrnehmung und helfen, Kommunikationsmuster gezielt weiterzuentwickeln.

Fazit: Gute Kommunikation als Wettbewerbsvorteil

In IT-Projekten ist Kommunikation weit mehr als ein „Soft Skill“ – sie ist der Katalysator für Vertrauen, Akzeptanz und Geschwindigkeit. Wer sie beherrscht, wird nicht nur als technischer Experte, sondern als strategischer Partner wahrgenommen.

Die gute Nachricht zum Schluss: Kommunikation ist kein angeborenes Talent, sondern eine Praxisdisziplin, die sich erlernen, üben und kontinuierlich verfeinern lässt.

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