Design Thinking, Design Sprint und Growth Hacking – drei Methoden, ein Ziel

Design Thinking und Design Sprint im Projektmanagement

Wer heute an Produkten, Prozessen oder Strategien arbeitet, kommt an drei Begriffen kaum vorbei: Design Thinking, Design Sprint und Growth Hacking.

Alle drei versprechen bessere Lösungen in kürzerer Zeit. Sie funktionieren aber grundlegend verschieden – und passen zu unterschiedlichen Situationen.

Design Thinking: Verstehen, bevor man löst

Design Thinking ist keine Erfindung aus einem Workshop-Handbuch. Die Methode entstand an der Stanford University, wo die Professoren David Kelley, Larry Leifer und Terry Winograd ab den 1960er Jahren untersuchten, wie Designer an Probleme herangehen.

Kelley gründete 1991 gemeinsam mit Tim Brown die Innovationsberatung IDEO, die das Konzept in der Praxis erprobte und verbreitete. 2005 entstand an der Stanford das Hasso Plattner Institute of Design, die sogenannte d.school, finanziert vom SAP-Mitgründer Hasso Plattner.

Der Kern der Methode: Wer ein Problem wirklich lösen will, muss zuerst die Menschen verstehen, für die er es löst. Design Thinking gliedert sich in fünf Phasen – Empathie, Definition, Ideenfindung, Prototyping und Testen. Zwischen diesen Phasen wird iteriert, nicht linear durchgearbeitet. Ein Prototyp kann zurück zur Definitionsphase führen, wenn das Nutzerfeedback zeigt, dass das Problem falsch gestellt war.

Das kostet Zeit. Gerade in Unternehmen, die schnelle Ergebnisse erwarten, stößt der Ansatz deshalb auf Widerstand. Wo er funktioniert: bei komplexen Aufgaben, bei denen das eigentliche Problem zu Beginn noch unklar ist.

Design Sprint: Von der Idee zum Prototyp in fünf Tagen

Jake Knapp entwickelte den Design Sprint ab 2010 zunächst intern bei Google, für Teams wie Chrome und Google Search. 2012 brachte er die Methode zu Google Ventures, wo sie durch weitere Partner  verfeinert wurde. 2016 erschien das Buch Sprint, das die Methode weltweit bekannt machte.

Ein Design Sprint läuft über fünf Tage: Verstehen, Skizzieren, Entscheiden, Prototypisieren, Testen. Am Ende liegt ein funktionsfähiger Prototyp vor, der mit echten Nutzern getestet wurde.

Die Logik dahinter: Teams treffen Entscheidungen, statt Optionen endlos zu diskutieren. Der Sprint setzt einen festen Rahmen, der genau das erzwingt.

Der Ansatz eignet sich vor allem dann, wenn eine konkrete Frage im Raum steht und schnelles Feedback gefragt ist. Für grundlegende strategische Fragen oder stark verteilte Teams ist er weniger geeignet.

Growth Hacking: Wachstum als systematisches Experiment

Sean Ellis prägte den Begriff „Growth Hacking“ 2010, zunächst während seiner Arbeit bei LogMeIn, später als erster Marketer bei Dropbox.

Das Prinzip: Wachstum entsteht durch kontinuierliches Experimentieren entlang des gesamten Produktlebenszyklus. Idee, Test, Analyse, Anpassung – immer wieder, schnell und datenbasiert.

Dropbox etwa erzielte durch ein Empfehlungsprogramm, das Nutzern zusätzlichen Speicherplatz für geworbene Kontakte bot, ein Nutzerwachstum von über 3.900 Prozent innerhalb von 15 Monaten. Growth Hacking setzt eine solide Datenbasis voraus und erfordert enge Zusammenarbeit zwischen Marketing, Produktentwicklung und Technik.

Wann passt welche Methode?

Design Thinking hilft, das richtige Problem zu identifizieren. Ein Design Sprint zeigt schnell, ob eine Lösung trägt. Growth Hacking greift, sobald ein Produkt Marktreife erreicht hat und skaliert werden soll. Je nach Projektphase lassen sich alle drei kombinieren.

Mehr Informationen, wie wir bei Verve Consulting Arbeitsmodelle wie Design Thinking, Design Sprints und Growth Hacking nutzen, gibt es unter diesem Link.

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