Homeoffice stand lange in Stellenanzeigen dort, wo auch Obstkorb, Firmenfitness und kostenlose Getränke zu finden waren: bei den Benefits.
Spätestens seit Corona ist das Thema deutlich wichtiger geworden. Für viele Bewerber gehört die Frage nach dem Arbeitsort inzwischen genauso zur Jobsuche wie Gehalt oder Aufgaben.
Das zeigen auch Zahlen der Recruiting-Plattform Stepstone für Deutschland: 88 Prozent der Befragten sagen, dass flexible Arbeitsmodelle ihre Work-Life-Balance verbessern. 72 Prozent fühlen sich bei hybrider Arbeit produktiver.
Und 56 Prozent würden einen Jobwechsel in Betracht ziehen, wenn ihr Arbeitgeber keine flexiblen Arbeitsmöglichkeiten anbietet. Für das Hiring Trends Update 2025/26 hat Stepstone 6.857 Bewerber und 1.067 Recruiter in Deutschland befragt.
Was Bewerber heute wissen wollen
„Homeoffice möglich“ klingt zunächst gut. Viel sagt der Satz allerdings nicht aus. Wie viele Tage sind möglich? Wie wird mit Kundenterminen umgegangen? Gibt es feste Bürotage? Und wie flexibel sind die Arbeitszeiten tatsächlich?
Gerade in der IT-Beratung sind diese Fragen relevant. Consultants arbeiten je nach Projekt mit Kunden, Teams und unterschiedlichen Standorten. Gleichzeitig gibt es Aufgaben, für die konzentriertes Arbeiten ohne ständige Unterbrechungen sinnvoll ist.
Deshalb geht es nicht darum, ob ein Unternehmen hundert Prozent Homeoffice anbietet. Interessanter ist, wie das Arbeitsmodell im Alltag funktioniert.
Auch Stepstone unterscheidet verschiedene Formen flexibler Arbeit. Dazu gehören neben mobilem Arbeiten beispielsweise flexible Arbeitszeiten oder hybride Modelle.
Auch für die Arbeitgeberseite wird das Thema wichtiger
Ein Kundentermin lässt sich nicht ins Homeoffice verlegen. Ein Team-Workshop kann persönliche Zusammenarbeit sinnvoll machen. Für andere Aufgaben braucht es vielleicht einfach einen ruhigen Arbeitsplatz. Ein gutes Arbeitsmodell muss deshalb nicht jeden Tag gleich aussehen.
Entscheidend ist, dass Arbeitgeber klar sagen, was möglich ist und wo Grenzen liegen. Das schafft eine realistische Erwartung auf beiden Seiten – und verhindert, dass „flexibel“ im Bewerbungsgespräch etwas anderes bedeutet als später im Arbeitsalltag.
Für Unternehmen ist das Thema längst nicht nur eine Frage der Mitarbeiterzufriedenheit. Flexible Arbeitsmodelle können auch den Kreis potenzieller Bewerber vergrößern. Das zeigt eine weitere Stepstone-Auswertung aus Österreich.
Dort nannten 42 Prozent der Frauen flexible Arbeitsmodelle als wichtigen Faktor bei der Jobwahl, bei Männern waren es 24 Prozent. Stepstone sieht darin unter anderem einen Zusammenhang mit Fragen von Gleichstellung und Diversity.
Die Zahlen stammen aus Österreich und lassen sich nicht direkt auf Deutschland übertragen. Sie zeigen aber, warum die Gestaltung von Arbeitsplätzen auch darüber entscheidet, welche Menschen sich von einer Stelle angesprochen fühlen. Gerade für Unternehmen, die Fachkräfte suchen, kann das relevant sein.
Wie Verve mit flexiblem Arbeiten umgeht
Bei Verve ist Homeoffice nach Absprache möglich. Gleichzeitig gibt es Büros in Köln, Düsseldorf und Dresden. Auch persönliche Treffen gehören dazu, unter anderem bei den regelmäßigen OKR-Meetings und den zweimal jährlich stattfindenden Teamevents.
Bei Verve gibt es also nicht die Vorgabe „immer Büro“ oder „immer Homeoffice“. Was sinnvoll ist, hängt von der jeweiligen Situation, vom Projekt und vom Kunden ab.
Wenn beispielsweise ein Kunde eines Beraters wünscht, dass dieser vor Ort im Büro ist, dann muss der Berater flexibel genug sein und bereit sein, zu reisen.
Letzten Endes muss das Arbeitsmodell für alle Beteiligten passen. Deshalb sollten Arbeitgeber möglichst konkret sagen, wie Homeoffice und Zusammenarbeit bei ihnen tatsächlich funktionieren.
Und Bewerber sollten nachfragen. Nicht nur nach Homeoffice, sondern danach, wie der Arbeitsalltag wirklich aussieht.