KI-Agenten in der Beratung: Warum viele Projekte scheitern und was Einsteiger lernen müssen

KI-Agenten in der Beratung

Ein Berufseinsteiger, der heute in ein Beratungsprojekt startet, arbeitet meist schon am ersten Tag mit einem KI-Agenten zusammen, der Projektdaten auswertet, Statusberichte zusammenstellt oder Recherchen vorbereitet.

Ein erheblicher Teil dieser Projekte wird in den kommenden Jahren allerdings scheitern. Diese Spannung zwischen rasanter Verbreitung und hoher Scheiternquote bestimmt, was am Anfang einer Beratungskarriere heute zählt.

Das weltweit führenden Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Gartner rechnet damit, dass bis Ende 2027 mehr als 40 Prozent aller Agentic-AI-Projekte nicht zu Ende geführt werden, wegen steigender Kosten, unklarem Geschäftsnutzen oder unzureichender Risikokontrollen.

Ein Grund dafür ist laut Gartner das sogenannte Agent Washing: Viele Anbieter etikettieren bestehende Chatbots, Automatisierungstools oder klassische RPA-Lösungen einfach als KI-Agenten um, ohne dass echte autonome Fähigkeiten dahinterstehen. Unternehmen investieren dann in Systeme, die technisch weniger können, als der Name verspricht.

Garnter nennt eine weitere Zahl, die auf den ersten Blick im Widerspruch zur Stornierungswelle steht: Bis 2028 sollen bereits 15 Prozent aller Arbeitsentscheidungen von Agentic AI autonom getroffen werden, 2024 lag dieser Wert noch bei null. Bis 2028 sollen zudem rund 33 Prozent aller Unternehmensanwendungen KI-Agenten integrieren, gegenüber weniger als einem Prozent im Jahr 2024.

Das Beratungsunternehmen stuft beide Prognosen als vereinbar ein: Ein kurzfristiger Ausleseprozess bei hypegetriebenen Pilotprojekten und ein langfristiger struktureller Wandel finden gleichzeitig statt.

Für die Beratungsbranche heißt das, dass der Bedarf an Fachleuten wächst, die echten Nutzen von aufgehübschtem Marketing unterscheiden können. Denn viele der aktuell laufenden Projekte werden trotzdem scheitern.

Consultants gewinnen an Gewicht

Früher lag der Einstieg in Beratung und Projektmanagement oft bei der Grundlagenarbeit: Daten zusammentragen, Foliensätze bauen, Recherchen zusammenfassen. KI-Agenten übernehmen diese Aufgaben inzwischen zuverlässig und schnell.

Laut der Analyse von Squeaker, einem Karriereportal, das sich auf den Einstieg in die Unternehmensberatung spezialisiert hat, verschiebt sich dadurch die klassische Beratungsstruktur. Weil KI viel Grundlagenarbeit übernimmt, sinkt der Bedarf an großen Analystenteams.

Consultants und Manager gewinnen an Gewicht, sie steuern Projekte, validieren KI-Ergebnisse und arbeiten enger mit Kunden zusammen.

Angesichts der hohen Stornierungsquote wird dabei eine Fähigkeit besonders wichtig: früh erkennen, ob ein KI-Projekt echten Mehrwert liefert oder auf dem Weg zur nächsten gescheiterten Investition ist.

Laut Squeaker bedeutet das für Berufseinsteiger höhere Anforderungen beim Einstieg, bietet aber auch die Chance, früher in verantwortungsvolle Rollen hineinzuwachsen.

Wer als Junior Consultant heute anfängt, übernimmt schneller Steuerungsaufgaben als noch vor fünf Jahren. Dafür muss er auch früher verstehen, wie man ein Projekt inhaltlich führt, statt nur Aufgaben abzuarbeiten.

Ein Beispiel aus dem Projektmanagement: Ein KI-Agent kann einen Statusbericht aus Jira- oder Confluence-Daten in Minuten zusammenstellen, inklusive Ampellogik für Meilensteine. Ob die Ampel wirklich Rot verdient hat, weil ein Lieferant zwei Wochen im Verzug ist, oder ob ein Team schlicht anders priorisiert hat als geplant, das erkennt bislang nur jemand, der das Projekt und die beteiligten Menschen kennt.

Anita Gruschka, Beraterin bei Verve Consulting, kennt diese Grenze aus eigener Erfahrung. „Eine KI kann halluzinieren“, sagt sie, also Inhalte liefern, die faktisch falsch sind.

Ein Grund dafür sei, dass KI-Systeme darauf ausgelegt seien, Menschen zufriedenzustellen, selbst dann, wenn sie eigentlich keine gesicherten Informationen haben. Wer ein KI-Ergebnis ungeprüft übernimmt, übernimmt damit auch dieses Risiko. Es ist die Art von Fehler, die im Kleinen bei einem einzelnen Report passiert und im Großen zu den Projekten beiträgt, die Gartner zufolge letztlich scheitern.

Was das für den Berufseinstieg bei Verve bedeutet

Bei Verve Consulting arbeiten wir seit über zehn Jahren in Projektmanagement, PMO, Agile Transformation und IT-Strategie, immer mit der Überzeugung, dass am Ende Menschen über den Projekterfolg entscheiden.

Junior Consultants bei uns übernehmen deshalb von Anfang an echte Verantwortung im Projekt: eigene Workstreams, direkter Kundenkontakt, eigene Einschätzungen, die im Team diskutiert werden.

Ein KI-Tool zu bedienen, lernt man in ein paar Wochen. Wie man dessen Ergebnisse im Projektalltag einordnet und gegenüber dem Kunden vertritt, lernt man im Projekt selbst, an der Seite erfahrener Kollegen.

Das gilt auch für das eigene Lernen mit KI: Anita Gruschka nutzt für Programmieraufgaben, mit denen sie zuvor wenig Erfahrung hatte, aktuell Googles Gemini als Wissensquelle. „Gemini ist in dem Punkt für mich ein Lehrer, der immer da ist und nie genervt“, sagt sie.

KI als Werkzeug zum eigenen Weiterkommen zu nutzen und ihre Ergebnisse kritisch zu prüfen, vermitteln wir  von Tag eins an.

Wer Interesse an einem Berufseinstieg bei Verve Consulting hat, findet alle offen Stellen auf unserer Karriereseite.

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